KONTAKT | SITEMAP | IMPRESSUM
 
Home
Unternehmensprofil
Konzept
Angebote
Projekte
Publikationen
 
Sie befinden sich hier: Home
Zweiter Länderübergreifender Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg 2009 2011

Die Autoren Dipl. Gesundheitswirtin Désirée Brand und Dr. Gerd Westermayer
erstellten den Bericht im Juli/August 2012 mit Daten der AOK Nordost, BARMER GEK, DAK-Gesundheit, IKK (Brandenburg und Berlin), Knappschaft-Bahn-See, Techniker Krankenkasse und Deutsche Rentenversicherung.

Auszug:

In dem vorliegenden länder- und kassenübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg wurden die Arbeitsunfähigkeitsdaten der Pflicht- und freiwillig Versicherten von sechs Krankenkassen (Techniker Krankenkasse, AOK Nordost, BARMER GEK, DAK-Gesundheit, IKK Brandenburg und Berlin und der Knappschaft-Bahn-See) zusammengeführt und detail-liert ausgewertet. Erstmalig konnten zusätzlich die Daten der Deutschen Rentenversicherung zu den Rentenzugängen aufgrund Erwerbsminderung in einem Spezialkapitel näher beleuchtet werden. In diesem Bericht werden zunächst die aktuelle Situation skizziert und Möglichkeiten, mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement die Gesundheit der Arbeitnehmer langfristig zu fördern und zu erhalten, aufgezeigt. Zusätzlich werden die wichtigsten Erkenntnisse des vorliegenden Berichtes kurz zusammengefasst. Anschließend folgt die Auswertung der Arbeitsunfä-higkeitsdaten – zunächst für Berlin und Brandenburg gesamt (Abschnitt V.B) und nachfolgend für wichtige Kategorien. Dabei wird als erstes das regionale (Brandenburger kreisfreie Städte und Landkreise [Abschnitt V.C] sowie Berliner Bezirke [Abschnitt V.D]) Krankheitsgeschehen betrachtet. Anschließend folgen die Auswertungen der soziodemografischen Kategorien Alter, Geschlecht, Tätigkeiten,  Berufliche Stellungen und Ausbildung (Abschnitte V.E bis V.I). Die branchenspezifische Auswertung folgt in Abschnitt V.J.Im Abschnitt V.K werden zunächst die EM-Rentenzugänge gesamt sowie aufgeschlüsselt nach ICD-Hauptgruppen und Einzeldiagnosen betrachtet. Anschließend erfolgt eine explorative Gegenüberstellung des EM-Renten- und AU-Geschehens.

Der Bericht schließt mit einer ausführlichen Zusammenfassung.Im Anhang finden sich die Datentabellen, auf deren Basis die grafischen Darstellungen im Bericht hergestellt wurden.

Im Jahre 2011 gingen der Volkswirtschaft in Berlin und Brandenburg knapp 25 Millionen Arbeitstage durch Krankheit verloren, wenn man nur die Daten der Versicherten in diesem Bericht berücksichtigt. Das entspricht, wenn man einer gut belegten Faustregel der BAUA folgt, einem Betrag von (25 Millionen mal
200 Euro) 5 Milliarden Euro. Da in diesem Bericht „nur“ 52,8 % aller versicherten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Berlin und Brandenburg berücksichtigt sind, darf man den Betrag guten Gewissens auf knapp 10 Milliarden verdoppeln. Das entspricht nicht ganz der Hälfte des gesamten Haushalts für Berlin.

Alle gesellschaftlichen Kräfte sind aufgerufen, aktiv etwas gegen den zunehmenden Krankenstand in Berlin und Brandenburg zu tun. Der vorliegende Bericht will dabei eine Hilfe sein. Mittlerweile ist allgemein bekannt, dass Stresskrankheiten bei den Arbeitnehmern in Berlin und Brandenburg stark zunehmen – darüber wird ausführlich auf den folgenden Seiten berichtet. Was noch nicht genügend bekannt zu sein scheint, ist die Tatsache, dass wir uns mitten in einer gefährlichen Wechselwirkung von Belastungszunahme, demografischer Veränderung auf eine alternde Gesellschaft hin und zunehmendem Arbeitskräftemangel befinden. Letzterer wird zu einer
weiteren Verschärfung der Belastungen führen. Dramatisch sind die Ergebnisse dieses Berichtes insbesondere für zwei Branchen: Beschäftigte von Verwaltungen (besonders Erzieher) und Beschäftigte des Gesundheitswesens (insbesondere Pflegekräfte).Dramatisch sind die Ergebnisse jedoch nicht nur für diese Berufsgruppen, sondern für unsere Gesellschaft insgesamt. Es scheint paradox: Wir verschleißen gerade die beiden Berufsgruppen, die wir aufgrund des demografischen Wandels in Zukunft am meisten benötigen: Pflege und Erziehung. Wir brauchen jeden Jugendlichen im Arbeitsmarkt der Zukunft gerade wegen der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft und deshalb brauchen wir jeden Erzieher und jede Erzieherin gesund und leistungsfähig. Und wir bauchen Pflegekräfte, die ohne Burnout und Verschleiß der stark anwachsenden Zahl von älteren Menschen ihre professionelle Hilfe für ein menschenwürdiges Altern bieten können.

Es ist höchste Zeit, etwas zu tun oder anders ausgedrückt: Es ist längst fünf nach zwölf. Alle an diesen Bericht mitwirkenden Krankenkassenstellen nicht nur Daten zur Verfügung, sondern bieten den Berliner und Brandenburger Unternehmen professionelle Unterstützung beim Einführen und Durchführen von Betrieblichem Gesundheitsmanagement an. Nur Unternehmen, die BGM-Maßnahmen dauerhaft in die eigene Personalentwicklung integrieren, werden den Wettkampf um gesunde, leistungsstarke und hochmotivierte Mitarbeiter bestehen.
Dieser Wettkampf hat schon begonnen.

Was kann Betriebliches Gesundheitsmanagement bewirken?

Wenn man Betriebliches Gesundheitsmanagement genau definieren will, so sind mindestens zwei Bedeutungen ganz wesentlich: Einmal geht es tatsächlich um das Management von die Gesundheit beeinflussenden Faktoren und dazu gehören positiv wirkende Faktorenb genauso wie negativ wirkende. So führt in der Regel die Vermeidung von Zeitdruck, Arbeitsplatzunsicherheit und fachlicher Überforderung zu einer Verminderung von Stress und Belastung. Das Fördern von Lernen und Identifikation, die  Anerkennung der Arbeitsleistung, gute Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten stärken die persönliche Widerstandskraft und wie wir heute wissen sogar das Immunsystem. Die positiven Faktoren wirken deutlich stärker positiv auf die Gesundheit als die negativen negativ. In einer zweiten Bedeutung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements wenden wir uns dem ersten Teil des Begriffes zu: Betrieblich meint hier tatsächlich die Konzentration auf Maßnahmen, die nur ein Betrieb durchführen kann: Ob dies nun das Projektmanagement in einem professionell moderierten Steuerkreis ist, Gesundheitszirkel unter aktiver Beteiligung der Mitarbeiter, die Befragung der Belegschaft zu Gesundheitsthemen, die Ausbildung der Führungskräfte in gesunder Mitarbeiterführung, Mitarbeitergesprächen und Betrieblichem Eingliederungsmanagement, in jedem Fall ist es die Verantwortung des Managements, die hier gefragt ist und weniger das individuelle Verhalten des einzelnen Mitarbeiters. Professionell wird Betriebliches Gesundheitsmanagement dann, wenn es nach einem Managementregelkreis, der die Qualitätskriterien des Spitzenverbandes der Krankenkassen und Unfallversicherungsträger beachtet, durchgeführt wird, der die Stufen Zielsetzung, Ist-Analyse, Intervention und Evaluation umfasst. Alle hier beteiligten Krankenkassen halten Fachleute vor, die Experten in der Einführung und Umsetzung dieses Managementsystems sind.

Was Sie sicher auch interessieren wird, ist die Tatsache,dass sich BGM auszahlt. Wenn Sie finanzielle Unterstützung durch Ihre Krankenkassen für die Einführung von BGM in Anspruch nehmen und wenn Sie die seit 2008 möglichen steuerlichen Vergünstigungen in Höhe von 500 Euro pro Mitarbeiter nutzen, erzielen Sie wie alle Unternehmen vor Ihnen, die BGM professionell umgesetzt haben, eine Return on Invest von 2,9 bis 4. Das bedeutet, dass sich jeder in BGM investierte Euro nahezu vervierfacht. Die beteiligten Krankenkassen geben Ihnen gerne Beispiele, wie ein professionelles BGM-System ein- und durchgeführt wird.
Und: Die Investition ist einmalig, der Nutzen kommt jedes Jahr aufs Neue.

Der vorliegende länder- und kassenübergreifende Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg zeigt folgende wichtigste Ergebnisse:

Der Krankenstand der Betriebe in Berlin und Brandenburg steigt ähnlich dem Bundestrend kontinuierlich an, liegt aber auf einem sichtbar höheren Niveau. Zudem ist der Krankenstand in Brandenburg in allen drei Berichtsjahren 2009, 2010 und 2011 höher als in Berlin.Die geschlechts- und altersspezifischen Auswertungen ergeben, dass die weiblichen Versicherten höhere Krankenstände aufweisen als ihre männlichen Kollegen. Hinsichtlich der Diagnosen zeigt sich, dass Männer vermehrt aufgrund Muskel-Skelett- und Kreislauferkrankungen sowie Verletzungen ausfallen, während Frauen v. a. höhere Anteile an psychischen Erkrankungen verursachen.

Beim Vergleich der Altersgruppen zeigen sich in Berlin und in Brandenburg die typischen Diagnosemuster:

Jüngere Beschäftigte fallen eher kurzfristig aufgrund akuter Infektionen oder Entzündungen aus, während die Älteren verstärkt aufgrund degenerativer Erkrankungen krankgeschrieben sind mit einer Tendenz zu längeren Krankheitsdauern.

Vom Verlust der Erwerbsfähigkeit ist die Altersgruppe der Beschäftigten zwischen 50 und 60 Jahren am stärksten betroffen. Diese Altersgruppe weist die zweithöchsten Krankenstände auf, jenseits des 60. Lebensjahres steigt der Krankenstand nur noch geringfügig weiter an. Vergleicht man die Krankheitsbilder im Hinblick auf die Häufigkeit von Arbeitsunfähigkeit und die Häufigkeit der Berentung wegen Erwerbsminderung, so zeigen einige Krankheitsbilder ein besonders hohes Risiko der Chronifizierung. Dazu zählen psychische Erkrankungen und Neubildungen. Psychische Erkrankungen sind die mit Abstand wichtigste Ursache für eine Frühberentung aufgrund von Erwerbsminderung, gefolgt von den Neubildungen sowie Muskel-Skelett- und Kreislauferkrankungen.

Ein Blick auf die Branchen macht insgesamt deutlich,dass besonders die in der Gesundheitswirtschaft (hier insbesondere Alten-, Pflege-, Behindertenheime) aber auch die in den öffentlichen Verwaltungen beschäftigten Versicherten einen deutlich höheren Anteil an psychischen Erkrankungen aufweisen. Sie sind damit in besonderem Maß dem Risiko chronischer Erkrankung mit Verlust der Erwerbsfähigkeit ausgesetzt. Mit Blick auf das Ziel der Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit zeigen diese Ergebnisse den hohen Stellenwert präventiver Ansätze im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Bei den Beschäftigten im höheren Alter gewinnt dabei das Betriebliche Eingliederungsmanagement an Bedeutung.

Den Bericht können Sie direkt bei der Webseite von Healthcapital.de herunterladen

www.healthcapital.de/uploads/media/Laenderuebergreifender_Gesundheitsbericht.pdf

Falls Sie Fragen an die Autoren haben, wenden Sie sich bitte an uns:

Dipl.-Gesundheitswirtin Désirée Brand
Dr. Gerd Westermayer
Gesellschaft für Betriebliche Gesundheitsförderung mbH

Johannisstrasse 7
10117 Berlin
info@bgf-Berlin.de
Tel.:(030) 78 09 62-41